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Unsere Demokratie braucht mündige Bürger

„Unsere Demokratie braucht mündige, informierte und sozial handelnde Bürgerinnen und Bürger.“ (Lehrplan Hessen: Politik und Wirtschaft, 2010) Dieser Prämisse folgt der Politik & Wirtschaft-Unterricht der Dr.-Kurt-Schumacher-Schule. Insofern ist es die Aufgabe des Faches, Kenntnisse und Einblicke zu vermitteln, die zum Verständnis politischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Sachverhalte und Strukturen notwendig sind. Ziel des Unterrichts ist es, die Schülerinnen und Schüler auf eine souveräne und verantwortliche Teilhabe an Staat, Gesellschaft und Wirtschaft vorzubereiten.
Die heutige, moderne Gesellschaft ist geprägt durch einen sozialen, ökonomischen und politischen Wandel, welcher Offenheit, Selbstständigkeit, Eigenverantwortung und Leistungsbereitschaft sowie soziale Verantwortung verlangt. Auch normative Leitbilder sind kontrovers und durch unterschiedliche Interessen beeinflusst. Diese Tatsache muss auch im Politik & Wirtschaft-Unterricht deutlich werden; nichtsdestoweniger orientiert sich der Unterricht an der normativen Wertordnung des Grundgesetzes bzw. der Hessischen Verfassung und ist infolgedessen durch den hessischen Lehrplan legitimiert.
In allen Jahrgängen und Schulformen arbeitet der Fachbereich Politik & Wirtschaft eng mit den Lehrwerken des Buchner Verlags, welche nicht nur einen schülerorientierten, lebensnahen, sondern auch einen modernen, kompetenzorientierten Unterricht garantieren.
Katharina Mohri
Fachbereichsleitung

Schüler diskutieren über ihre berufliche Zukunft

Pessimistisch in die Zukunft
Von Hans Dieter Erlenbach


BILDUNG Reinheimer Schüler diskutieren mit Journalisten über ihre beruflichen Bedenken
REINHEIM. Schüler der neunten Klassen der Reinheimer Kurt-Schumacher-Schule haben bereits Zukunftsängste – das wurde bei einer Diskussionsveranstaltung mit Journalisten deutlich.
Die Jugend von heute blickt ziemlich pessimistisch in die Zukunft – zumindest in Bezug auf das Berufsleben. Das ist bei einer Diskussionsrunde der neunten Klassen der Kurt-Schumacher-Schule in Reinheim deutlich geworden, die das Funkkolleg Wirtschaft des Hessischen Rundfunks (HR) organisiert hat.
Es ist vor allem die Industrie 4.0, die den jungen Menschen Angst macht. Aber auch die Unsicherheit, wie nicht ganz so gut qualifizierte Menschen später im Berufsleben zurechtkommen. Die Erkenntnis ist einhellig: Wer Lerndefizite hat, spürt das später in der Ausbildung und im Beruf.
Der HR hatte die Reinheimer Schule aufgrund einer Bewerbung für seine Schultour ausgesucht. Man wolle Schüler für Wirtschaftsthemen gewinnen, so Heike Ließmann von der HR-Abteilung Bildung und Wissenschaft. Sie und ihr Kollege Lars Hofmann zeigten sich beeindruckt von der Diskussionsfreude der Reinheimer Schüler – das sei nicht überall so.
Den Schülern war klar, dass vor allem Geringqualifizierte, Bewerber mit ausländischen Wurzeln sowie alte und kranke Menschen die Verlierer in der Gesellschaft und auf dem Arbeitsmarkt sind. Und das, obwohl viele Politiker inzwischen von einer Vollbeschäftigung in Deutschland sprechen, weil 43 Millionen Menschen einen Arbeitsplatz haben. So viele wie noch nie.
Hofmann gab zu bedenken, dass ein guter Teil dieser Arbeitsplätze mit Geringverdienern besetzt sei. Diese bekämen lediglich den Mindestlohn und seien als Aufstocker auf zusätzliches Geld vom Staat angewiesen. So etwas sei frustrierend und demotivierend, merkten die Schüler an, die den Mindestlohn von 8,50 Euro als deutlich zu gering ansehen.
Nicht zuletzt deshalb lebten in Deutschland rund 1,5 Millionen Kinder bis 15 Jahre von Hartz IV. Rund ein Dutzend der anwesenden Schüler befürchten, später einmal wegen zu geringer Löhne der staatlichen Unterstützung anheimzufallen. Andere glauben, dass durch Industrie 4.0 viele Arbeitsplätze vernichtet werden.
Angst vor Arbeitslosigkeit
Ein Schüler berichtete, er habe schon jetzt Angst, später einmal arbeitslos zu werden. „Wir wissen noch nicht, was da auf uns zukommt“, sagte etwa Merlin. „Lieber eine Arbeit im Niedriglohnsektor, als überhaupt nicht arbeiten“, meinte Georg. Der Mensch brauche Arbeit fürs Selbstwertgefühl. Geringe Verdienste dürften aber nicht dazu führen, dass man noch Zweitjobs braucht.
Streiks, um ihre Interessen gegenüber den Arbeitgebern durchzusetzen, sehen die Schüler skeptisch. Das gehe nur, wenn es Solidarität gebe und alle auf die Straße gingen. Wenn Einzelne sich gegen ihre Chefs auflehnen, würden sie auf der Abschussliste landen, so einige der anwesenden Schüler.
Dass Geringqualifizierte den beruflichen Aufstieg schaffen, glauben die Schüler nicht. Hier müsse der Staat Weiterbildungsangebote machen. Schließlich funktioniere der Markt nur, wenn die Menschen so viel Geld verdienten, dass sie auch Geld ausgeben könnten, so Georg abschließend.